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Freitag, 3. Dezember 2021

Charta für das Lernen im Zeitalter der Digitalität

Ausgangslage, Arbeitsgruppe, Auftrag

Seit 2014 haben wir an der Kantonsschule am Burggraben St. Gallen (Schweizer Gymnasium mit ca. 1200 Schüler*innen und 200 Lehrer*innen) Erfahrungen im Bereich der Digitalisierung des Unterrichts sammeln können. Zunächst im Pilotprojekt mit ersten Tabletklassen (iPads & Windows-Tablets), später gesamtschulisch mit der einlaufenden Einführung von Tablets (iPads) bei den ersten Klassen. 

In dieser Zeit wuchs auch kontinuierlich der Bedarf an Weiterbildung, Austausch von Erfahrungen und Entwicklung von Standards, die einem breiten Konsens entsprechen und Orientierung ermöglichen sollten. Auf diesem Hintergrund erhielten wir 2019 als Arbeitsgruppe mit Vertreter*innen aus ganz unterschiedlichen Fachgruppen von unserem damaligen Rektor Marc König den Auftrag, "zu erarbeiten, wie die Schule das Thema Lernen im Zeitalter der Digitalisierung in den Unterricht, in die Weiterbildung, in die bauliche Gestaltung der Schule inkl. Infrastruktur einbeziehen könnte."

Gesamtschulische Entwicklung der Charta

Unter laufender Mitwirkung unseres Kollegiums kristallisierten sich nach und nach sechs Handlungsfelder heraus, für die ein grundsätzlicher Konsens in Form einer Charta für die Schule erarbeitet wurde: Lehren – Lernen, Infrastruktur, Umgang mit Daten, Kommunikation, Gesundheit, Aus- und Weiterbildung.

Eine erste Fassung der Charta wurde der Schulleitung, dem Kollegium und der Schülerschaft zur Vernehmlassung vorgelegt und bis zu einer schulinternen Weiterbildungs-Veranstaltung mit Axel Krommer im November 2021 überarbeitet. (Der Link zur Charta folgt weiter unten.)













Zusammensetzung der Arbeitsgruppe

Co-Leitung: Flurina Affentranger (Bildnerisches Gestalten) und Simon Knaus (Mathematik, Informatik)

Die weiteren Mitglieder: Lee Barasch (Französisch, Latein), Daniel Baumann (Geschichte, Deutsch), Christoph Blatter (Deutsch), Martin Heydenreich (Mathematik, Chemie), Fabian Schildknecht (Wirtschaft & Recht, ICT).


Link zum aktuellen Stand der Charta der KSBG für das Lernen im Zeitalter der Digitalisierung

Grafiken: Flurina Affentranger, Simon Knaus










Weitere Etappen: Umsetzen im Schulalltag, Ergänzungen, Anpassungen

Unsere Charta 1.0 wird auch künftig weiterentwickelt und den Bedürfnissen aller Beteiligten angepasst, damit sie breit abgestützt bleibt und uns als Kompass für das Lernen im Zeitalter der Digitalität dienen kann. Uns ist bewusst, dass die Entwicklung dieser Schulkultur in hohem Mass auf den Rückhalt und die Unterstützung aller Beteiligten angewiesen ist. Und vielleicht werden auch andere Schulen durch unsere Charta inspiriert, vergleichbare Schritte zu unternehmen. Wir würden uns über entsprechende Rückmeldungen im Kommentarteil oder einen Austausch darüber freuen.

Link zum aktuellen Stand der Charta der KSBG für das Lernen im Zeitalter der Digitalisierung

Logo der KSBG, nachbearbeitet von Flurina Affentranger


Sonntag, 22. März 2020

Fernunterricht: Präsentation z.B. der Maturaarbeit mit Microsoft TEAMS (Videokonferenz)

Praxis-Tipp
In der gegenwärtigen Situation des Fernunterrichts werden viele Präsentationen mit Microsoft TEAMS durchgeführt. Mit der Funktion "Teilen des Bildschirms" kann z.B. eine Powerpoint-Präsentation gezeigt und live in einer Videokonferenz kommentiert werden. Gar nicht optimal ist allerdings dabei, dass der/die Präsentierende dann nur noch in einem Mini-Fensterchen zu sehen ist (siehe bei Pfeil im Bild 1):

Bild 1
Leider kann dieses Fensterchen in Teams nicht vergrössert werden, ohne dass die Präsentation verschwindet. Wünschenswert wäre doch eine Präsentation wie in Bild 2, mit deutlich grösserem Bild des/der Präsentierenden:
Bild 2
Auch das ist mit einem einzigen weiteren Programm neben TEAMS durchaus machbar. Dieses Programm ist entweder FaceTime oder Photo Booth (Mac) oder Kamera (Windows), die alle schon im Betriebssystem enthalten sind.
Und das geht so (aus der Sicht des/der Präsentierenden):

1. Zunächst wird die Präsentation (z.B. Powerpoint, PREZI, Sway) gestartet, dann zusätzlich ein Programm, das die Kamera für die Selbstaufnahme aktiviert, z.B. FaceTime oder Photo Booth (Mac) oder Kamera (Windows: Start > Kamera), und dann TEAMS. (Falls beim Starten der Kamera die Meldung erscheint, dass die Kamera schon von einem anderen Programm benutzt werde, deaktiviert man auf TEAMS die Kamera.) Eine Alternative für die Selbstaufnahme auf dem Mac ist auch QuickTime (> Ablage > neue Video-Aufnahme); wobei in den Systemeinstellungen bei Sicherheit > Kamera diese für QuickTime aktiviert werden muss.

2. In TEAMS tritt man dann der Videokonferenz bei, zu der man z.B. von der Lehrperson eingeladen worden ist. Sobald alle Teilnehmer dabei sind, wählt der/die Präsentierende die Funktion "Bildschirm teilen"…

… und dann die Option ganz links "Desktop/gesamter Bildschirm" übertragen, also z.B. nicht die Option "Powerpoint".

3. Nun richtet der/die Präsentierende seinen Desktop so ein, dass auf der einen Seite die Präsentation zu sehen ist und auf der anderen Seite gross das Selbstbild der Kamera (siehe oben Bild 2). Jetzt kann die Präsentation beginnen. Zu empfehlen ist auf jeden Fall, die Präsentation im Stehen zu halten, das erzeugt viel besser die nötige Spannung und Haltung als im Sitzen.

Zusatz zu Powerpoint
Die Präsentierenden sollten aber bei der oben beschriebenen Lösung darauf achten, dass sie in Powerpoint im Menüpunkt "Bildschirmpräsentation" > Bildschirmpräsentation einrichten > Art der Präsentation > Ansicht durch ein Individuum/eine Einzelperson (Fenster) auswählen, also nicht die volle Bildschirmgrösse (=Standardeinstellung), weil sonst eben der ganze Bildschirm gefüllt wird und das Bild mit dem/der Präsentierenden nicht mehr sichtbar ist.

Die oben beschriebene Lösung funktioniert, allerdings nur auf Laptop, PC, Mac; nicht auf dem iPad. Auf dem iPad funktioniert aber auch die einfache Lösung mit dem kleinen Bild des/der Präsentierenden (siehe Bild 1).

Aufnahme einer Präsentation
Falls man die Präsentation später nochmals betrachten will, ist auch eine Aufnahme möglich. Dies stellt man zu Beginn ein, wenn man zur Videokonferenz einlädt. Allerdings wird diese Option der Aufzeichnung auf einem Mac nur angeboten, wenn man in Teams zu "Kalender" geht, dort auf "Jetzt besprechen" und die gewünschten Teilnehmer*innen zur Konferenz einlädt.

Link zum Crashkurs MS Teams von Phil Stangl (Teil 4: Besprechungen) Die Option der Aufnahme ("Aufzeichnung beginnen") wird im Video bei 1:13 gezeigt.
Es versteht sich von selbst, dass dafür zuerst das Einverständnis aller Teilnehmer*innen an der Videokonferenz eingeholt werden muss. Die Aufnahme kann nachher auf TEAMS auch wieder gelöscht werden.

Weitere Teile des Crashkurses MS Teams von Phil Stangl:
Anlegen eines Teams
Kommunikation in Teams
Dateiablage
Aufgabenmanagement
Teams aus Schüler*innensicht
Privater Chat

Die offizielle Microsoft-Videoschulung für TEAMS



Sonntag, 17. Dezember 2017

International Tablet Days 2018 in Rorschach (Schweiz)

Für zwei Frühlingstage, vom 27. bis 28. April 2018, wird Rorschach wieder zum Zentrum aller, die sich für die vielfältigen neuen Möglichkeiten von Tablets in Unterricht und Bildung interessieren.

Nach dem grossen Erfolg 2017 (Erfahrungsbericht) finden die International Tablet Days das zweite Mal im Würth-Haus in Rorschach am Bodensee statt.
An diesem attraktiven Tagungsort vermitteln Experten und Trainer aus ganz Europa in hochkarätigen Referaten und dutzenden spannenden Workshops ihr Wissen und Können.

Das gemeinsame Abendessen am Freitag lädt nicht nur zu Gaumenfreuden ein, sondern auch zum Gedankenaustausch und Knüpfen von länderübergreifenden Kontakten.

Hier können Tickets für die International Tablet Days bestellt werden: eventbrite.de
Die 300 Tickets dürften schnell ausverkauft sein.



Dienstag, 29. August 2017

Flipboard: eigene Dokumente integrieren


Flipboard ist eine kostenlose soziale Nachrichten-App für Android, iOS, Windows Phone und Windows. Sie sammelt Inhalte von sozialen Medien und anderen Webseiten.

Somit wird Flipboard auch ein soziales Nachrichten-Magazin, mit dem man Internetinhalte sammeln, speichern, im Hochglanz-Zeitschriften-Layout präsentieren und mit anderen teilen kann.

Auf Flipboard als persönlichem Magazin kann man, neben interessanten Magazinen, auch Themen und Personen folgen, die einem wichtig sind.
Es ist ein Tool für das Kuratieren von Inhalten und damit ein Baustein für die Selbstorganisation und das persönliche Wissensmanagement.

Flipboard verlinkt zu Webseiten auf Servern, das bedeutet, dass nur Dokumente, die in der Cloud auf Servern gespeichert sind, in die Flipboard-Magazine integriert werden können.

Neuerdings kann man zwar einfache Texteinträge direkt selber ins Magazin schreiben, allerdings ohne irgendwelche Formatierungs- und Gestaltungsmöglichkeiten. Das sieht dann z.B. so aus:


Falls man nun ein eigenes, formatiertes Dokument ins Magazin aufnehmen möchte, gibt es folgende Möglichkeit:

1. Text z.B. in Word verfassen
2. Text-Datei in PDF umwandeln
3. PDF-Datei auf Google-Drive hochladen
4. PDF-Datei auf Google-Drive aufrufen
5. Rechts oben (3 Punkte) Freigabelink abrufen
6. Freigabelink in Browser eingeben
7. Mittels Flip-it (Bookmarklet) in ein Flipboard-Magazin posten




Möchte man nur ein Bild (z.B. Foto) posten, mailt man es zunächst einfach auf das iPad. Man kann dann auf das Bild in der Mail tippen und es so ins Flipboard-Magazin flippen. Dort kann übrigens jedes Bild auch zum Titelbild (Cover) des Magazins gemacht werden. Dazu auf das gewünschte Bild tippen und über das Export-Menü die Option "Als Cover übernehmen" anwählen.


Flipboard Grundlagen (Post auf Web2-Unterricht)
Flipboard im Unterricht (Post auf Web2-Unterricht)

Sonntag, 5. März 2017

Forschungsergebnisse zum Einsatz von Tablets in Schulen

Bereits im Schuljahr 2013/2014 wurde die Integration von Tablets in Schule und Unterricht in vier Wiesbadener Gymnasien (Deutschland) erprobt.

Die wissenschaftliche Begleitforschung wurde von Stefan Aufenanger, Professor für Erziehungswissenschaft und Medienpädagogik an der Universität Mainz, geleitet.

An zwei Schulen wurden iPads (Version 2) verwendet, an der dritten Schule das Galaxy Note 10.1 von Samsung und an der vierten Schule das Fujitsu Siemens Stylistic Tablets. Dabei schnitt das iPad am besten ab. (Bericht S. 17)

Bei der wissenschaftlichen Begleitung des Wiesbadener Tablet-Projekts wurde folgenden Fragen nachgegangen:
1. Wie lassen sich Tablet-PCs in den alltäglichen Unterricht integrieren?
2. Welche zusätzlichen Gestaltungsmöglichkeiten bzw. Vorteile existieren?
3. Wie zuverlässig sind die Tablet-PCs im Unterrichtseinsatz?
4. Wie umfangreich gestaltet sich der Administrationsaufwand (Akkuladung, Pflege und Wartung, sichere Verwahrung)?
5. Wie gelingt die Einbindung der Tablet-PCs in die schulische Netzwerk-infrastruktur?
6. Ergibt sich ein „Mehrwert“ für den Schulunterricht durch die Einführung dieser Technologie?

Auszug aus den "Schlussfolgerungen":
"Der Mehrwert der Tablets für den schulischen Unterricht hat sich in dem Wiesbadener Tablet-Projekt an vielen Stellen gezeigt. Die Zufriedenheit der Lehrpersonen und die mit dem Einsatz verbundenen Differenzierungsmöglichkeiten im Unterricht durch die Mobilität der Geräte und die pädagogischen Apps sind als ein wichtiger Mehrwert anzusehen. Hinzu kommt, dass viele Schülerinnen und Schüler sich durch die Tablets motivierter für den Unterricht gefühlt haben, der zugleich häufig abwechslungsreicher gestaltet wurde. Die Tablets bieten aber noch viel mehr Potenziale für einen verbesserten Unterricht, die jedoch in der Kürze der Einsatzzeit der wissenschaftlichen Begleitforschung (etwa sechs Monate) nicht alle voll entfaltet und damit auch nicht alle erhoben werden konnten." (Bericht S. 28)

Bericht zur wissenschaftlichen Begleitforschung des Tablet-Projekts

Samstag, 10. September 2016

Die Herausforderungen der Digitalisierung für die Schulen

In der oft polarisierenden Debatte um die Integration der modernen Medien in die Schule und den Unterricht rückt nur zu oft in den Hintergrund, dass es nicht primär um die neue Technik, sondern um die richtige Pädagogik geht.

Die Publikation "Individuell fördern mit digitalen Medien" (Bertelsmann-Stiftung, 2015 ) trägt diesem Umstand Rechnung und setzt folgenden Titel an den Anfang einer umfassenden Darstellung der Chancen und Risiken digitaler Medien in der Schule:

"Die Herausforderung der Digitalisierung: Pädagogik vor Technik"


Link zu grosszügigen Textauszügen auf Google Books









Eine ebenso beachtenswerte Publikation ist dieses Jahr von Prof. Dr. Beat Döbeli Honegger, Informatikdidaktiker an der PH Schwyz, im hep-Verlag erschienen:
"Mehr als 0 und 1. Schule in einer digitalisierten Welt." (Webseite zum Buch)


Auch dies ist ein gelungener Beitrag zur Versachlichung der Diskussion um die grossen Herausforderungen des Leitmedienwechsels (vom Buch zum Computer) für die Schule.
Fragen die sich daraus ergeben und im Buch thematisiert werden:

"Welche Kompetenzen benötigen Schülerinnen und Schüler in einer digitalisierten, zunehmend automatisierten Welt? Wie wichtig ist das Wissen im Kopf, wenn mobile Geräte stets Antworten parat haben?"

Leseprobe





Diese früheren Posts könnten Sie in diesem Zusammenhang auch interessieren:
iPad-Kompendium von 2015 (erarbeitet unter der Leitung von Prof. Dr. André Bresges, Uni Köln)

Vortrag von Dr. Jörg Dräger, Bertelsmann Stiftung zur Transformation der Bildung im digitalen Zeitalter

Dienstag, 19. April 2016

In Denkgeschwindigkeit auf der Tastatur schreiben, Zehnfingersystem

Auch wenn die Dikitiermöglichkeiten am Computer immer besser werden, ist das Tastaturschreiben nach wie vor eine Schlüsselkompetenz in der digitalen Welt. Es ist deshalb allen, die das Tastaturschreiben erst in langsamem Tempo beherrschen (langsamer als Handschrift), sehr zu empfehlen, das Zehnfinger-System intensiv zu üben.

Geschwindigkeit:
  • Tempo eines durchschnittlichen Tastaturschreibers: gut 40 Wörter pro Minute
  • Tempo in Handschrift: ca. 30 Wörter pro Minute
  • Ziel: 50-80 Wörter pro Minute (ca. 300 Anschläge pro Minute) mit 92% Richtigkeit.
Zum Üben gibt es im Internet sehr gute kostenlose Programme.
Zum Beispiel hier: https://ai.typewriter.ch/index.php?r=typewriter/practise
oder hier:
https://www.schreibtrainer-online.de/

Für das iPad gibt es beispielsweise die App "TenFinger" (CHF 5.-), die auch mit externer Bluetooth-Tastatur funktioniert.

Wichtig ist regelmässiges Üben mit der richtigen Fingerposition (sogenanntes "Zehnfinger-System").

Für die Ambitionierten: Speedtest mit Wettbewerb und Rangliste
http://10fastfingers.com/typing-test/german