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Samstag, 12. Januar 2019

Backchannels als Kommunikationsplattform im Unterricht: Beispiele

Ein sog. Backchannel ist eine Kommunikationsplattform, die als Vorbereitung oder Begleitung des Unterrichts genutzt wird. Backchannels fördern die schriftliche Sprachkompetenz und ermöglichen auch jenen SchülerInnen, die nur ungern mündlich mitarbeiten, aktiv zu werden und sich schriftlich einzubringen. So können mündliche und schriftliche Kommunikation parallel stattfinden.

Dazu erstellt man einen Backchannel, dem alle beitreten und in dem alle posten können. Je nach Online-Plattform, die man einsetzt, kann auch gevotet werden (www.dotstorming.com).

Eine der bekanntesten Plattformen, die als Backchannel eingesetzt werden kann, ist Padlet, das ich schon früher einmal in einem Post vorgestellt habe. Padlet-Post

Ganz ähnliche Möglichkeiten bietet https://dotstorming.com. Bei vielen Teilnehmern und vielen Beiträgen ist es etwas übersichtlicher als Padlet. Ausserdem bietet diese Plattform einen Chat-Bereich und es besteht die Möglichkeit, für die Posts zu voten; anschliessend können die Posts mit einem Klick in der Rangfolge des Votings angeordnet werden: sehr praktisch, auch bei Auswahlverfahren oder Priorisierungen.

Dieses Tutorial mit Anwendungsbeispielen (engl.) macht die einfache, aber praktische Funktionalität anschaulich.

GoSoapBox.com ist eine Quiz-, Abstimmungs- und Diskussionsplattform, die auf Tablets, PCs, Macs und Smartphones genutzt werden kann. Bis zu 30 Teilnehmer ist GoSoapBox kostenlos, das sollte für die meisten Regelklassen ausreichen.

Das Erstellen der einzelnen Werkzeuge ist sehr einfach. Hat man einmal einzelne Quizzes, Polls oder Diskussionen als sog. Event für eine Klasse erstellt, kann man sie mit einem Klick aktivieren oder deaktivieren. Auch das Kopieren von Elementen von einer Klasse zur andern ist leicht machbar. Das Tool "Social Q&A" ermöglicht es auch SchülerInnen, Fragen zu stellen und hier an einem Voting teilzunehmen.

Selbst mit einem Smartphone kann man problemlos an einem GoSoapBox-Event teilnehmen:



Auf www.theteachingspace.com werden weitere Backchannels (z.B. AnswerGarden, Backchannel Chat und Twitter) vorgestellt.



Sonntag, 3. Dezember 2017

Orthografietrainer.net: ein Rechtschreibportal mit Kompetenztests und adaptiven Übungen

Orthografietrainer.net ist ein kostenloses, professionelles Rechtschreibportal mit über 4000 Übungssätzen und bereits über 400'000 registrierten Nutzern, das
  • - den Übenden Tests und angepasstes, personalisiertes Trainieren ermöglicht,
  • - mit Hilfe der gesammelten Daten wissenschaftlich-empirische Studien zum Rechtschreiberwerb durchführt und
  • - den Lehrpersonen Korrekturarbeit abnimmt.

Bei den Kompetenztests berechnet Orthografietrainer.net für jeden der ausgewählten Bereiche der Orthografie (Laute und Buchstaben, Getrennt- und Zusammenschreibung, Kommasetzung, Groß- und Kleinschreibung) einen Kompetenzwert, die Prozentzahl der richtig gelösten Aufgaben und die Häufigkeit der Fehler in ganz bestimmten Regelbereichen (z.B. "Dehnungs-h" oder "Substantivierungen" oder "Kommas bei Aufzählungen" etc.).

Diese berechneten Werte können für jeden Schüler einzeln oder im Klassendurchschnitt betrachtet werden. Darüber hinaus kann eingesehen werden, welche Übungsaufgaben nach den Tests automatisch für die Lernenden eingetragen werden und ob der Test zu leicht, zu schwer oder angemessen war.




Alle Daten sind sowohl als Diagramm als auch in tabellarischer Form abrufbar. Man kann auch weiter ins Detail gehen und jeden einzelnen Übungssatz jedes Schülers einsehen oder auswerten. Ein Überblick, welche Fehlerarten pro Klasse am meisten gemacht wurden, kann einen Hinweis geben, für welches orthografische Teilproblem die Thematisierung im Unterricht angebracht wäre.

Vorgehen beim Erstellen der Login-Daten (für LehrerInnen und SchülerInnen)
    1. Erstellen Sie ein eigenes Login. Als Loginname können Sie z.B. Ihr Lehrerkürzel verwenden.
    2. Sie erstellen eine neue Klasse.
    3. Sie tragen dann alle SchülerInnen der Klasse ein. Z.B. halbanonymisiert: Muster, Max erhält den Loginnamen MuMa. Die entsprechende Klassenliste erstellt man als Excel-Tabelle und importiert dann die Daten.
    4. Nun kann für die Klasse ein Kompetenztest ausgewählt und zugewiesen werden.
    Vorgehen beim Zuweisen eines Kompetenztests
    1. Sie melden sich selbst an.
    2. Sie melden Ihre Klasse an.
    3. Sie wählen einen oder mehrere Kompetenztests aus.
    4. Orthografietrainer führt die Tests mit den Schülern durch und misst Kompetenz, Fehleranzahl und Fehlerschwerpunkte.
    5. Das Programm gibt jedem Schüler automatisch passende Aufgaben und testet regelmäßig die Kompetenzentwicklung.
    6. Sie haben jederzeit volle Kontrolle über die Testergebnisse, die Aufgabeneinträge und -erledigungen.


    Individuelles Training zwischen den Kompetenztests
    Nach dem Vortest werden aufgrund der Ergebnisse passende Übungen zu jeder Fehlerkategorie automatisch eingetragen und dem Übenden aufgelistet. Je weniger Fehler man in einem Test macht, desto weniger Übungen werden aufgegeben. Sind alle eingetragenen Übungen durchgearbeitet, folgt der Zwischentest. Dann folgt noch einmal eine Übungsphase bis zum Nachtest. Diese adaptive Übungsanlage ermöglicht über das individuelle Training hinaus sogar ein personalisiertes.




    Zugang als Gast
    Möchte man als Gast - nicht als SchlülerIn in einer durch eine Lehrperson administrierten Klasse - selbständig Übungen machen, empfiehlt sich das Login für Gäste. Dieses kann man selbst anlegen. Der persönliche Zugang ist nötig, um das Angebot uneingeschränkt verwenden zu können und die verschiedenen Auswertungen zu erhalten. So kann beispielsweise gezielt auf entsprechende Tests in der Schule trainiert werden.

    Dieser Zugang kann aber auch von einer Lehrperson benutzt werden, um sich einen Einblick aus Schülerperspektive zu verschaffen.

    Das umfangreiche Portal, von dem hier nur einige Teile dargestellt sind, wird betrieben von PD Dr. Hans G. Müller vom Institut für Germanistik der Uni Potsdam. Ein wissenschaftlicher Zweck des Portals ist die Sammlung von Daten zu Fehlerhäufigkeiten typischer orthografischer Probleme.





    Samstag, 10. September 2016

    Die Herausforderungen der Digitalisierung für die Schulen

    In der oft polarisierenden Debatte um die Integration der modernen Medien in die Schule und den Unterricht rückt nur zu oft in den Hintergrund, dass es nicht primär um die neue Technik, sondern um die richtige Pädagogik geht.

    Die Publikation "Individuell fördern mit digitalen Medien" (Bertelsmann-Stiftung, 2015 ) trägt diesem Umstand Rechnung und setzt folgenden Titel an den Anfang einer umfassenden Darstellung der Chancen und Risiken digitaler Medien in der Schule:

    "Die Herausforderung der Digitalisierung: Pädagogik vor Technik"


    Link zu grosszügigen Textauszügen auf Google Books









    Eine ebenso beachtenswerte Publikation ist dieses Jahr von Prof. Dr. Beat Döbeli Honegger, Informatikdidaktiker an der PH Schwyz, im hep-Verlag erschienen:
    "Mehr als 0 und 1. Schule in einer digitalisierten Welt." (Webseite zum Buch)


    Auch dies ist ein gelungener Beitrag zur Versachlichung der Diskussion um die grossen Herausforderungen des Leitmedienwechsels (vom Buch zum Computer) für die Schule.
    Fragen die sich daraus ergeben und im Buch thematisiert werden:

    "Welche Kompetenzen benötigen Schülerinnen und Schüler in einer digitalisierten, zunehmend automatisierten Welt? Wie wichtig ist das Wissen im Kopf, wenn mobile Geräte stets Antworten parat haben?"

    Leseprobe





    Diese früheren Posts könnten Sie in diesem Zusammenhang auch interessieren:
    iPad-Kompendium von 2015 (erarbeitet unter der Leitung von Prof. Dr. André Bresges, Uni Köln)

    Vortrag von Dr. Jörg Dräger, Bertelsmann Stiftung zur Transformation der Bildung im digitalen Zeitalter

    Dienstag, 28. Juni 2016

    7 Praxis-Tipps für Einsteiger (Lehrpersonen)

    Grundlegendes für den Start, allfällige Befürchtungen

    Ist es notwendig, dass ich mir nun für den Unterricht auch ein iPad zulege?

    Absolut nötig ist das nicht, aber sinnvoll und praktisch. Denn mit dem iPad eröffnen sich völlig neue und motivierende Möglichkeiten für den Unterricht. Moderne, zeitgemässe Didaktik öffnet sich diesen neuen Möglichkeiten und setzt sie als sinnvolle und wirkungsvolle Ergänzungen ein. Auch für Erste Hilfe im Umgang mit dem iPad sind die SuS im 1. Semester noch froh. Und bei den Fortbildungsveranstaltungen für Einsteiger ist das iPad meist unabdingbar.

    Vor meiner ersten Tablet-Klasse: Wie früh soll ich mich mit dem iPad vertraut machen?

    Am besten nicht erst in den Sommerferien unmittelbar vor dem Schuljahresbeginn, damit man sich ohne Zeitdruck mit den grundlegenden Funktionen vertraut machen kann. Eine Hexerei ist das aber nicht, da man vieles schon vom Smartphone her kennt.

    Muss ich in meiner iPad-Klasse nun selbst auch immer mit dem iPad arbeiten/unterrichten?

    Nein, keineswegs. Abgesehen davon, dass wir sowieso Lehrmittelfreiheit haben, entscheide ich situativ und pragmatisch, ob ich etwas am iPad zeige (via Apple-TV, Beamer) oder wie bereits gewohnt am Sympodium (via Cloud-Dienste oder USB-Stick).

    Muss ich im Umgang mit dem iPad besser sein als alle SuS?

    Nein, keinesfalls! Es wird in jeder Klasse einige Power-User geben, die viel mehr können. Was aber für alle Beteiligten von Nutzen sein kann. Denn aus Erfahrung kann ich sagen, dass diese ihre Hilfe gerne anbieten und der Rollentausch (SchülerIn lehrt Mitschüler und LehrerIn) eine schöne und wertvolle Bereicherung darstellt.

    Praxis-Tipps

    Tipp 1: Vorhandene Unterrichtsunterlagen digitalisieren (Schritt 1)

    Den gesamten eigenen Unterricht gleich von Beginn weg auf die neusten interaktiven und das Lernen individualisierenden Apps und Web 2.0 Tools umstellen zu wollen, ist zu ehrgeizig, weil zu aufwendig und zeitintensiv. Deshalb empfehle ich für die Startphase, erst einmal die bereits vorhandenen Unterlagen zu digitalisieren (z.B. einscannen) oder digital aufzubereiten, damit sie so an die SuS weitergegeben werden können (das spart pro Klasse und Jahr gegen 1000 Kopien!). Je nach Lust und Zeit wird man dann zunehmend auch gerne ganz neue Lernumgebungen kennenlernen und einführen wollen. (vgl. Schritt 2)